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| Fütterung Hier
findet ihr einiges, was ich über die richtige Fütterung
zusammengeschrieben habe, vielleicht hilft es ja jemandem.
Wenn es Fragen dazu gibt, dann mailt mir und ich versuche
euch zu antworten. Hier
eine erste kurze Erklärung von Futtermitteln: Raufutter:
Hierzu werden Heu, Heulage, Futterstroh uns Silage
gezählt, wobei ich von Heulage und Silage wegen der
Botulismusgefahr abrate Kraftfutter:
Hierzu werden verschiede Getreidesorten (z.Bsp.: Hafer,
Gerste, Mais, etc.), Pellets, Müslis, etc. gezählt Saftfutter:
Hierzu werden Äpfel, Karotten, etc. gezählt
Auch entscheidend zur Fütterung gehört natürlich eine permanent ermöglichte Wasseraufnahme durch das Pferd!
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Welches Futter braucht ein Pferd?
Um festzustellen, welches Futter das
Optimum fürs Pferd ist, muss man sich eigentlich nur
ansehen, wie Wildpferde gelebt haben bzw. immer noch
leben. Pferde sind Steppentiere und leben somit in sehr
kargem Weideland und müssen den ganzen Tag fressen um
ihren Tagesbedarf zu decken.
Die Weiden in unseren Breiten sind
allerdings meist "fette Rinderweiden" und für
Pferde daher meist nicht unbedingt ideal. Auch das Heu
(das natürlich von diesen Wiesen gemäht wurde) ist sehr
nahreich, daher muss meist auch das Raufutter portioniert
werden. Allerdings leben mittlerweile auch etliche Pferde
in Offenställen mit Heu "ad libidum" und werden
nicht dick.
Was man aus dem natürlichen Umfeld des
Pferdes sieht ist, dass Kraftfutter nicht zum natürlichen
Futter des Pferdes gehört. Kraftfutter ist wie der Name
schon sagt leistungsabhängig und eigentlich dazu gedacht,
dass man zusätzliche Energie ins Pferd pumpt bzw. auch
Fett auf die Rippen bekommt, wenn das Raufutter das nicht
mehr schafft. (z.Bsp. bei Sportpferden, die sich die
nötige Energie fürs Training nicht ausschließlich aus
Rauffutter beziehen können)
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| Wie oft sollte man füttern?
Auch in diesem Punkt sollte man sich wieder die Natur
des Pferdes ansehen, Pferde fressen in freier Natur bis zu
18 Stunden am Tag. Genau auf diese permanente
Futteraufnahme ist auch der gesamte Organismus des Pferdes
ausgerichtet.
Ideal wäre daher natürlich dem Pferd den ganzen Tag
über Raufutter zur Verfügung zu stellen (was auch in
einigen Ställen gemacht wird), nur das ist meist aus
unterschiedlichen Gründen nicht möglich (tw. von der
Haltung her bzw. werden viele Pferde dabei auch schlicht
und ergreifend zu dick). Allerdings kann man sich
bemühen, das Pferd bestmöglich zu füttern. Dabei kann
man das Pferd in etwa in möglichst vielen kleinen
Mahlzeiten füttern, damit die Verdauung immer etwas zu
tun hat. Dabei hat es sich eingebürgert 3-4 mal täglich
Raufutter zu füttern (wobei 3 mal täglich Raufutter
sogar vom Tierschutz vorgeschrieben sind!) und 2-4 mal
Kraftfutter. Viele Ställe
füttern heute noch nur ein oder zwei Mal täglich
Raufutter, was aber (nach meiner Erfahrung) zu einem
extrem erhöhten Kolikaufkommen führt, da der Organismus
einfach nicht für solch eine Fütterung geschaffen ist.
Daher sollte so eine Fütterung nach Möglichkeit
vermieden werden, da dem Pferd damit Schmerzen und dem
Besitzer Tierarztkosten erspart werden können (und in
manchen Fällen auch dem Pferd das Leben retten kann).
Außerdem empfiehlt es sich Raufutter vor Kraftfutter zu füttern, weil die Pferde dann schon was im Magen haben und nicht das Kraftfutter ohne viel zu kauen runterwürgen.
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Wie viel sollte man
füttern?
Wie viel man füttern sollte hängt von vielen Faktoren
ab, dazu zählen etwa: Rasse (ein Haflinger benötigt im
Normalfall weniger Futter als ein Araber, obwohl sie tw.
gleich viel wiegen), Größe, Gewicht, Alter,
Arbeitspensum (ein Sportpferd benötigt normalerweise mehr
Futter als ein Freizeitpferd), usw.
Prinzipiell würde ich aber empfehlen min. 2 kg
Raufutter pro 100 kg Lebendgewicht pro Tag zu füttern und
Kraftfutter nach Bedarf (zu diesem Punkt werde ich später
noch kommen, hier halte ich "so wenig wie möglich -
so viel wie nötig" für sinnvoll), bei extrem
leichtfüttrigen Pferden (wie etwa einige Ponyrassen)
etwas weniger. (wobei kleinere Mengen auch auf möglichst
viele Portionen am Tag gefüttert werden sollten!)
Allerdings gibt es auch hier wieder Unterschiede in der
Nahhaftigkeit von Raufutter, so macht ein Schnitt von
einer "fetten" Wiese eher satt als ein Schnitt
von einer kargen Wiese.
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| Überfütterung
Überfütterung ist in unseren Breiten eine sehr
häufige Problematik und passiert so gut wie nie durch
eine Überfütterung von Raufutter. Überfütterung kann
sich unterschiedlich äußern - es muss nicht
zwangsläufig zu einer Verfettung des Pferdes
kommen.
Überfütterung ist nicht nur ein Gewichtsproblem,
sondern es kann innerhalb von kürzester Zeit zu
ernsthaften Krankheiten führen, die einen langen
Heilungsprozess erfordern bzw. nicht geheilt werden
können. Gerade aus diesem Grund ist es so wichtig, dass
auf die Fütterung geachtet wird.
Häufige Krankheiten sind hier zum Beispiel Hufrehe und
Kreuzverschlag, die beide unsagbare Schmerzen innerhalb
von kürzester Zeit auslösen und das sofortige Rufen
eines Tierarztes erfordern. (und außerdem erfordern diese
Krankheiten eine aufwendige und kostenspielige Therapie;
beide Krankheiten können sehr schlimm ausfallen und die Heilungschancen
stehen dann sehr schlecht, das kann zur Einschläferung
des Pferdes führen) Natürlich können diese
Krankheiten auch durch anderen Dinge ausgelöst werden,
allerdings sind sie oft fütterungsbedingt und gerade wenn
man sie durch achtsame Fütterung verhindern kann und dem
Pferd somit Leid erspart und die eigene Geldbörse schont
ist das natürlich eine gute Sache. - Also beim
Kraftfutter "so wenig wie möglich - so viel wie
nötig". Außerdem ist es ratsam Pferde immer langsam
und schrittweise anzuweiden und gerade bei
leichtfüttrigen Pferden auch mit fetten Wiesen
aufzupassen und sie vielleicht nur stundenweise auf die
Wiese zu stellen. |
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Unterfütterung
Unterfütterung kommt in unseren Breiten eher selten
vor. Wenn ein Pferd zu dünn vor, ist die Raufuttermenge
meist zu gering, es empfiehlt sich, die Menge wirklich
einmal zu wiegen, Raufutter sieht lose meist sehr viel
aus, während es wenig Gewicht hat. Allerdings kann
es auch zu Zahnproblemen oder Problemen des
Verdauungstraktes kommen, die zur Abmagerung führen und
deshalb sollte ein mageres Pferd auf jeden Fall vom
Tierarzt durchgecheckt werden. (Hier muss auch an Verwurmung gedacht werden, auch wenn entwurmt wurde)
Es gibt aber auch viele schwerfüttrige Pferde (meist
ältere Pferde oder Pferde mit einem hohen Blüteranteil),
die einfach schwer ihr Gewicht halten, geschweige denn
zunehmen. Hier stellt man den Pferden am besten Heu
"ad libidum" zur Verfügung und muss meist auch
etwas mehr Kraftfutter füttern (hier gibt es spezielle
Kraftfutter, die etwas Fett auf die Knochen bringen), auch
wenn das Pferd nichts arbeitet. Hierbei sollte man auf die
Zusammensetzung des Kraftfutters ansehen, ganze Gerste ist
beispielsweise schwer verdaulich und belastet den
Organismus zusätzlich, er wird erheblich besser
verdaulich, wenn er aus Flocken besteht, gebrochen ist
oder gar gekocht. Dann kann man noch zusätzlich
aufgeweikte Wiesencops bzw. Reis füttern. |
| Kurze Zusammenfassung:
- Raufutter min. 3 mal täglich, je öfter desto besser
- ausreichende Mengen an Raufutter füttern (ca. 2 kg pro
100 Kilo Lebendgewicht)
- am besten Heu vor Kraftfutter füttern
- Kraftfutter "so wenig wie möglich so viel wie
nötig"
- möglichst viele kleine Kraftfutterportionen über den
Tag verteilt
- Pferde langsam anweiden, ev. nur stundenweise auf die
Weide bei leichtfüttrigen Pferden
- sauberes Wasser immer zur Verfügung stellen |
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